Rumpold zwickte

Justiz FPÖ-Bundesgeschäftsführer Rumpold hat einen Juristen vorsätzlich in die Hoden gezwickt.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Jetzt ist es rechtskräftig: FPÖ-Bundesgeschäftsführer Gernot Rumpold, so führte ein Welser Richtersenat vergangene Woche aus, hat einem Juristen der Bezirkshauptmannschaft Gmunden "vorsätzlich an den Geschlechtsteil gegriffen und diesen zusammengezwickt". 27.000 Schilling Strafe und einen Eintrag ins Vorstrafenregister für Haiders "Mann fürs Grobe".

Ein Herbstabend in Gmunden, jener Stadt, in der Rumpold einen Zweitwohnsitz sein eigen nennt. Rumpold besucht das "Szenelokal" Segafredo und rempelt im Gewühl - unabsichtlich - die Frau des Juristen an. Die Frau verschüttet ihren Sekt, der Gatte beschwert sich, der Bundesgeschäftsführer reagiert mit einem kräftigen Untergriff und zwickt den Juristen in die Hoden. "Ich habe das noch zehn Minuten lang gespürt", erinnerte sich der Jurist nach dem Vorfall (Falter 18/98). Zahlreiche Zeugen haben das Zupacken des Bundesgeschäftsführers bestätigt.

Daß die Verurteilung zum Ende der politischen Karriere Rumpolds führen wird, ist unwahrscheinlich. Es ist nicht das erste Mal, daß Haiders engster Berater mit dem Gesetz in Konflikt kam: Rumpold handelte sich Führerscheinabnahmen ein, wurde mit einer Pistole im Handgepäck am Flughafen Schwechat erwischt und versandte einen Brief mit dem Ansuchen der FPÖ auf Rückerstattung der Wahlkampfkosten in der Höhe von 30 Millionen Schilling zu spät.

Auch der Griff unter die Gürtellinie wuchs sich zu einem Politikum aus. Rumpold beschuldigte die Zeugen des Vorfalls der falschen Beweisaussage. Sie hätten sich abgesprochen, weil sie Freunde des Juristen seien und diesem Geld schuldeten. Dem BH-Juristen (einst Sekretär des oberösterreichischen Exlandeshauptmanns Josef Ratzenböck) unterstellte er Verleumdung: Er wolle, so Rumpold, nur einen politischen Gegner desavouieren. Am Ende der Verhandlung wurde es schließlich noch einmal so richtig untergriffig: Rumpold stellte den gezwickten Juristen am letzten Verhandlungstag als unglaubwürdig hin, da er nach einem Selbstmordversuch im Koma liegt.


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