Chronologie Einer Debatte

Standortfaktor Holocaust/Instrumentalisierung von Auschwitz?

Kultur | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

11. Oktober Martin Walser hält in der Frankfurter Paulskirche seine vieldiskutierte Rede anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, die am 12.10. in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" abgedruckt wird. Titel: "Die Banalität des Guten. Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede aus Anlaß des Friedenspreises des deutschen Buchhandels." Darin hält Walser fest, daß "kein zurechnungsfähiger Mensch an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum(deutelt)", er gesteht aber auch, "daß sich in mir etwas gegen Dauerpräsentation unserer Schande wehrt". In bezug auf das Holocaustdenkmal in Berlin spricht er von "einem fußballfeldgroßen Alptraum" und der "Monumentalisierung der Schande". Die seither am heftigsten diskutierte Passage im Wortlaut: "Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität


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