Standortfaktor Holocaust

Zeitgeschichte Einige österreichische Historiker machen sich für ein "Haus der Toleranz", neuerdings auch für ein "Haus der Zeitgeschichte" stark. Damit bemühen sie nicht nur einen antiquierten Begriff von Geschichte, sie agieren auch weitaus provokanter als Martin Walser in seiner berüchtigten und vieldiskutierten Rede.

Kultur | Siegfried Mattl | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Anton Pelinka, Verfasser einer Nutzungsstudie für das freigewordene Palais-Epstein, bringt es in eigener Sache (in Format 10/98) auf den Punkt: Wien bräuchte ein "Haus der Toleranz", in dem es sich in der Metropolenkonkurrenz mit Budapest, Prag und Berlin als "intellektuell pfiffig" - soll heißen: "differenziert selbstkritisch" - im Umgang mit der Vergangenheit präsentiert. Diese magic box solle zur Bildung der Jugend beitragen und internationale Stiftungen zur Ansiedlung in Wien verleiten; um vergleichsweise wenig Geld, das der Umbau des Palais Epstein verursache, könne ein angeblich vorhandenes "Imageproblem" Wiens gelöst werden; und es seien aus der Geschichte des Holocaust heraus die ewigen Fragen der Menschheit des 20. Jahrhunderts klärbar: Warum gibt es Krieg und Mord und Haß ...?

Doch nicht nur der Zugriff des Parlaments auf das Palais am Ring1, auch der Wettbewerb im Memorial-Bereich türmt Hindernisse auf. Stefan Karner, Historiker und Chef des Think Tank von Vizekanzler


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