Unterhosen des Lebens

Kino "Love and Death on Long Island" ist ein witziger, postmodern komponierter Film über die Liebe und das Leben - und keine E.-M.-Forster-Adaption.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Ein Mann wie eine Insel. Giles De'Ath, ein verwitweter Autor in seinen Mittfünfzigern, der abgeschieden von der Öffentlichkeit im Londoner Vorort Hampstead lebt, hat eine gewisse Exzentrik zu seinem Markenzeichen gemacht. Als er sich, zum ersten Mal seit etlichen Jahren, wieder zu einem Interview herabläßt, bereut De'Ath seinen Entschluß sofort. Er weiß mit den Fragen, die ihm gestellt werden, einfach nichts anzufangen. Inwieweit zum Beispiel das 20. Jahrhundert in seinem Werk eine Rolle spiele, will der Rundfunkjournalist wissen. Keine besondere, nein.

Der Film "Love and Death on Long Island" basiert auf einem bereits 1990 erschienenen, schmalen Roman des britischen Autors Gilbert Adair, der im Brotberuf als Essayist und Filmkritiker unter anderem für den Independent und die Sunday Times tätig ist. Drehbuch und Regie lagen in den Händen des bislang nur als Kurz- und Fernsehfilmregisseur in Erscheinung getretenen Richard Kwietniowski, der die gar impressionistischen Selbstreflexionen

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