Indiskrete Stehlampen

Humor Mit liebevoller Ironie deutet der Zeichner und Maler Bernd Pfarr das Lebenmittelmäßiger Menschen und Tiere mit häuslichen Problemen.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Über den Bildern von Bernd Pfarr schwebt ein Hauch von Melancholie - nicht nur in den grauen und nahezu menschenleeren Vorstadtbezirken, sondern auch in den Interieurs, die in matissescher Farbigkeit erstrahlen. Wo das satte Orange von Erwins Hemd vom türkisen Leuchten der Tapete beantwortet wird, da geht Erwin selbst mit seiner Umwelt auf umso zartere Tuchfühlung: Er vertreibt sich die Zeit während der TV-Werbung damit, geschlossenen Auges die "Oberflächenstruktur eines mittlerweile festen und leicht verkrusteten Soßenrestes auf dem Eßtisch" zu erkunden.

Die Figuren Bernd Pfarrs sind sensible Geschöpfe, und der Welt einen Haxen auszureißen gehört nicht gerade zu ihren Hauptbeschäftigungen. Nur ab und an, in unbeobachteten Momenten, leisten sie sich einen kleinen Exzeß: Dann wirft Dr. Kern in den eigenen vier Wänden das Tablett in die Luft, weil er es für angemessen hält, "ein wenig Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen", oder Hilmar Greitz rennt mit seiner vierrädrigen Spielente

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige