Love me or kill me

Theater Gestern in Hamburg, morgen in Wien: Peter Zadek inszeniert "Gesäubert", den neuen Schocker der jungen englischen Autorin Sarah Kane.

Kultur | Roland Koberg / Hamburg | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Am laufenden Band werden in "Cleansed" ("Gesäubert") die Menschenrechte verletzt, und es ist nicht angenehm, das anzusehen. Bei der zweiten Vorstellung in den Hamburger Kammerspielen, wo sonst das gehobene Varieté und das gepflegte Konversationsstück die Oberhand haben, leerten sich rasch die Reihen.

Dabei ist "Gesäubert" ein sehr intelligentes Stück. Es perfektioniert einen Trick, den Sarah Kane mit ihrem ersten Drama "Blasted" etabliert hat. Hier wird nicht etwas Spezielles verhandelt, damit sich eine allgemeine These ableiten lasse, es ist genau umgekehrt: Fast schon symbolische Gewalttaten werden begangen, als seien sie der natürliche Ausdruck, als könnte durch sie der einzelne am verständlichsten sagen, was er meint. Kanes Figuren sind immer schon das, was gemeint ist, sie spielen nicht erst und meinen dann. Man kann das für die kapriziöse Marotte einer 28jährigen halten, die schon wieder das Theater neu erfinden möchte. Und hat es nicht schon früher Aufsehen erregt, wenn


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