Spielplan

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Was war der stärkste Eindruck der Aufführung? Welches Bild wird noch nach Jahren präsent sein, selbst dann, wenn man die meisten Details schon vergessen hat?

Nicht, daß man sich an Nestroys "Das Mädl aus der Vorstadt" in der Volkstheater-Inszenierung von Ruth Drexel so lange erinnern müßte, aber wenn doch, dann am ehesten als grellen Farbklecks: ein Bühnenbild wie von einem Bonbonfabrikanten gesponsert (eindeutig farbenblind: Renate Ziegler), Kostüme wie aus der Nachmittags-Märchenvorstellung geliehen (erste Arbeit an diesem Theater seit 1966: Zwinki Jeannée). Ein Bild, das sich besonders unangenehm festsetzt: Die Vorstadtmädel machen auf lustige Operette. - Oje, oje, wie rührt uns dies! Vielleicht erinnert man sich später auch daran, daß einem Otto Tausig, der mit der Rolle des scharfzüngigen Winkeladvokaten Schnoferl seinen Bühnenabschied feierte, leid getan hat in diesem Ambiente, das Nestroys aggressiven Witz mit so viel Weichzeichner übertüncht.

1990 kam der Film "I


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