Pro: Hoch die Häferln!

Stadtleben | Patrik Volf | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Die Stadt ist tot." "Tot, einfach tot." "Kein Leben hier." "Nichts." Aus. Ende. Es nervt. Ich habe es satt, Bemerkungen à la "Der lustigste Platz in Wien ist der Zentralfriedhof" oder ähnliches über mich ergehen lassen zu müssen und mich von Vergleichen mit südlichem Flair und Tummelei auf öffentlichen Plätzen langweilen zu lassen. Schwärmend kommen sie zurück aus dem Großstadtgedränge Bangkoks, Delhis, Kairos oder Istanbuls. Und manch einer soll gar der Atemnot Mexiko-Citys verfallen sein. "Da ist was los." "Da sind die Menschen noch auf der Straße." "Das ist so kernig, so direkt, so unmittelbar, so echt." "Es pulst." "Die Stadt pulst einfach."

Allen Hobbymoserern sei an dieser Stelle gesagt. Auch diese Stadt kann pulsen. Dunkelgelb fließt das Flüssiggut in ihren winterlich gefrorenen Adern. Punsch ist der Stoff, der die Menschen dieser Stadt aus den Häusern treibt. Diese Stadt ist auf dieser göttlichen Mischung aus Tee, Rum und Zimt gebaut. Und der Punschstand ist ihr Prophet.


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