Kontra: Hütten zu Brennholz

Stadtleben | Markus Wailand | aus FALTER 51/98 vom 16.12.1998

Gegen Punsch ist nichts zu sagen. Das Schindluder, das wienweit mit seiner organisierten Verabreichung getrieben wird, wirft allerdings eine Vielzahl von Fragen auf: Woher kommen die Hundertschaften an Großstadtförstern? Warum steht "Charity" drauf, wenn dann nur beautiful people die Buden bevölkern (und kaum einmal unfreiwillig-hauptamtliche Bewohner des öffentlichen Raumes)? Vor allem aber: Aus welchem Grund müssen Punschstände immer aussehen wie alpin-rustikale Schnapsbars auf Schipisten? Wer verordnet dieses Vollholz-Design mit Giebeldach, das an Lebkuchenhäuser zum Umhängen erinnert und oftmals noch mit traurigen Nadelbaumresten dekoriert wird? Punschbuden sind, soviel läßt sich sagen, ein antiurbanistisches Statement. Zum Kitsch verklärte Kleinbürgerlichkeit; ein eskapistisches und antimodernes Konzept, das in der Stadt die Stadt vergessen machen möchte und statt dessen transportable Oasen vermeintlicher Gemütlichkeit - vornehmlich in Fußgängerzonen! - offeriert. Was


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