Kein Marsch auf Bagdad

Kommentar Der Bombenangriff auf Bagdad könnte sowohl international als auch für die USA selbst unliebsame Folgen haben.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Der Luftkrieg gegen den Irak hat vielerlei ins Rutschen gebracht. Zuallererst die in den letzten zehn Jahren auch von Washington bewußt genährte Vorstellung, daß der abrupte Untergang der Sowjetunion nicht automatisch von der bipolaren Weltordnung des Kalten Krieges in ein ausschließlich von der Supermacht Amerika bestimmtes unipolares System der internationalen Politik führen muß. Rußland konnte sich in der Hoffnung auf eine multipolare Welt als Partner fühlen, nicht als besiegte Macht. Selbst die gegen den Willen Moskaus erfolgte Osterweiterung der NATO wurde vom Westen mit einem weitreichenden Kooperationsvertrag mit Rußland erkauft.

Ganz anders "Desert Fox": Bill Clinton und Tony Blair haben dem für Rußland so wichtigen Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nur eine peinliche Statistenrolle zugedacht, und der amerikanische Präsident fand es nicht einmal der Mühe wert, mit Boris Jelzin zu telefonieren. Für die sehr auf Symbole der Partnerschaft bedachte russische Diplomatie


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