Schwarzer Mann, was tun?

Diskriminierung Immer mehr Menschen beklagen sich über rassistische Behandlung. Ein wirksames Anti-Diskriminierungs-Gesetz fehlt. Österreich ist damit Europas Schlußlicht.

Politik | Florian Klenk und Patrik Volf | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Manchmal passiert es ganz ungeniert. Vor den Augen der Öffentlichkeit. Am Wiener Straflandesgericht verhandelt ein Geschworenensenat einen Raub an einem Schwarzafrikaner. "Was habt ihr da eigentlich gemacht", fragt die Richterin Henriette B. den Angeklagten. "Wir wollten zwei Bi..., ähh, zwei Schwarzafrikanern Kokain wegnehmen", stottert der Angeklagte. "Sagen S' ruhig Bimbo", muntert ihn die Richterin auf.

Nur wenige Schritte weiter verhandelt eine Richterin gegen drei Chinesen. Weil ihre fremd klingenden Namen zu kompliziert sind, nennt sie die Beschuldigten B1, B2, B3. Sie beschwert sich über die mangelnden Deutschkenntnisse einer chinesischen Zeugin und nennt das Essen in den Chinarestaurants einen "chinesischen Gatsch".

Bei der Wiener Polizei rüsten sich zur selben Zeit Beamte der Wiener Sonderkommission "Jambo". Sie untersuchen auf ihren Streifgängen ausschließlich farbige Passanten auf Drogenbesitz. "Denn die meisten Schwarzen, die mit der U-Bahn fahren", sagt ein Beamter im


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