Babylon Bürgerspitalgasse

Kommunikation Ein privates Telefonunternehmen wird zum neuen Einwanderermekka. Denn nach Hause telefonieren will jeder - und das möglichst billig.

Stadtleben | Patrik Volf | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Vorwahl 000202 steht auf der Rechnung. Kairo, Ägypten. "Shokran" - Danke - einige Geldscheine werden über den Kassentisch geschoben. "Eine Stunde hat er jetzt gesprochen", sagt die Kassierin. Über ihren Vokalen liegt ein schwerer portugiesischer Akzent. Der kleine Raum mit den zwölf Telefonkabinen vor ihr ist erfüllt von einem Sprachengewirr, wie man es sonst nur von internationalen Konferenzen kennt. Arabisch schallt es aus Kabine neun, ein tiefes afrikanisches "No" kommt aus Nummer drei, und aus dem letzten Winkel der Kabine zehn klingt es asiatisch.

Mariahilferstraße, Ecke Bürgerspitalgasse, Sonntag vormittag. Eine jener Ecken dieser Stadt, die nur von haxelhebenden Vierbeinern wahrgenommen werden. Seit wenigen Wochen jedoch ist sie Pilgerstätte für Vieltelefonierer - vor allem Wiens Einwandererszene. Langzeitgespräche rund um den Globus um bis zu die Hälfte billiger als nach Posttarif, wirbt der Telefon-Shop "International Telephone Discount". Den Billigtarif kann das Unternehmen


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