Silvester fad?

31. Dezember Zum Jahreswechsel treibt's den Wiener auf die Straße. Aber auch Indoors gibt es jede Menge kollektive Jahresendzeit-Stimmung.

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Silvester zu Hause? Sicher nicht. Spazieren gehen? Nicht sicher. In vielen Bezirken werden auch heuer wieder mundlmäßig Raketen und Böller aus den Fenstern direkt auf die Straße geworfen. Wer sich am 31. Dezember weder von seinen Nachbarn anfeuern lassen, noch den Abend bei Schweinskopf und Fernsehgala in den eigenen vier Wänden begehen möchte (und nicht eingeladen wurde, das in befreundeten vier Wänden zu tun), für den gibt es Ausweichmöglichkeiten. Seit neun Jahren beliebte Feierstelle ist der 3,5 Kilometer lange Silvesterpfad, Wiens touristisches Aushängeschild zum Jahresende. In der Inneren Stadt. Menschenmassen warten auf zwölf Uhr, und wer einen der raren Mitternachtsstehplätze am Stephansplatz ergattert, kann die Bummerin vielleicht live hören. Falls die umstehenden Massen zu sehr grölen, empfiehlt sich ein Miniradio. Das Beste am Silvesterpfad ist aber das Hinterher: der Stephansplatz als scherbenübersätes Schlachtfeld.

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