"Ich kenne den Akt"

Affäre Der freiheitliche Personalvertreter Josef Kleindienst gibt erstmals zu, laufend Einblicke in den Akt des mutmaßlichen Polizeiopfers Dr. C zu erhalten.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Josef Kleindienst ist kein Illusionist: Natürlich gab es früher Polizeiübergriffe. Wer er das erste Mal aufs Kommissariat kam, wischte die Putzfrau gerade eingetrocknetes Blut von Aktenordnern. Ein Verhör, "das nicht ganz korrekt abgelaufen ist", erinnert sich Kleindienst, "da war ich ganz fertig". Das war vor 15 Jahren. "Heute", glaubt der Freiheitliche Polizeigewerkschafter, "gibt's des bei uns nimma!"

Doch dann kam Dr. C. und behauptete, bei einer Verkehrskontrolle krankenhausreif geschlagen worden zu sein. Ein Chirurg und zwei Zeugen bestätigten den Vorfall und die schweren Verletzungen, die der Mann dabei davongetragen hatte. Nach Berichten des Falter und der "ZiB2" meldete sich Kleindienst in der Kronen-Zeitung zu Wort. "Verleumdung der unbescholtenen Beamten", schwärzte er das mutmaßliche Opfer an: Dr. C. sei gewaltbereit, hätte seine Frau verprügelt und sei mehrmals wegen Gewaltdelikten verurteilt worden. "So einer", sagt Kleindienst, "beschwert sich dann über die Polizei.

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