Wohlfahrt im Wandel

Interview Der angesehene kanadische Sozialphilosoph Charles Taylor, der auch als Politiker aktiv war, im "Falter"-Gespräch über Multikulturalismus, Kommunitarismus, die alte und die neue Linke und den notwendigen Umbau des Wohlfahrtsstaats.

Politik | Klaus Taschwer | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Hegel": Unter diesem denkbar lakonischen Titel erschien die knapp 800seitige Studie, die Charles Taylor auch im deutschsprachigen Raum bekannt machte. Der kanadische Sozialphilosoph ist dabei das Gegenteil eines weltabgewandten Gelehrten: In seinem umfangreichen Werk hat sich der Professor an der McGill Universität von Toronto mit einigen der drängendsten Probleme gegenwärtiger Gesellschaften beschäftigt. Der heute 67jährige Taylor war auch zeit seines Lebens politisch engagiert: Während seiner Lehrjahre in Oxford arbeitete er mit der Schriftstellerin Doris Lessing, dem Historiker Edward P. Thompson und dem Cultural-Studies-Vordenker Stuart Hall in der Redaktion von "Universities and the new left", die später zur einflußreichen New Left Reviewwurde. Zurück in Kanada, wurde er Mitglied der Demokratischen Linken und bewarb sich mehrfach für einen Parlamentssitz. Als intellektueller Vordenker der englischsprachigen Minderheit in Quebec engagierte er sich vehement für den Erhalt


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