Telephone goes satellite

Satellitentelefonie Seit einigen Wochen ist das erste Satellitenhandynetz online. Iridium-Nutzer sind nun weltweit unter der Vorwahl +8816 erreichbar.

Medien | Hannes Stieger | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Das Satellitentelefonnetz Iridium ist seit Anfang November online: Ein Netz von 66 Satelliten deckt die gesamte Weltkugel ab und soll für weltweite Erreichbarkeit garantieren. Zu einem hohen Preis - für ein Satellitenhandy müssen umgerechnet 35.000 Schilling hingeblättert werden, die Gesprächsminute schlägt mit rund 100 Schilling zu Buche. Schließlich muß Iridium LLC seine Anfangsverluste einspielen: Bis dato sind mehr als 55 Milliarden Schilling investiert worden.

Der ursprünglich für Ende September angesetzte kommerzielle Start mußte verschoben werden - Grund dafür waren Softwareprobleme und der Verlust mehrerer Satelliten. Auch jetzt hat Iridium noch Startschwierigkeiten: Es gibt einen Engpaß bei den Iridium-Handys, die von Motorola und Kyocera produziert werden.

Die etwas klobigen Handys benutzen, soweit möglich, terrestrische Mobilfunknetze. Erst dort, wo kein Netz vorhanden ist, schalten die Geräte auf Satellitenempfang um. Trotz dieser Zweigleisigkeit ist man weltweit unter einer einzigen Nummer (Vorwahl +8816) erreichbar. In Österreich kooperieren alle drei Mobilfunkbetreiber als Roamingpartner. Iridium-Handys bietet aber nur die Mobilkom an. Neben den Mobiltelefonen sind auch Pager erhältlich, die allerdings nur in Verbindung mit einem Satellitenhandy funktionieren.

Wegen der hohen Kosten werden hauptsächlich Geschäftsreisende, Journalisten, Seefahrer und Mitarbeiter auf Außenposten zum silbernen Handy greifen. Die Konkurrenz ist jedenfalls schon dicht auf den Fersen: Globalstar will im dritten Quartal 1999 ebenfalls mit Satellitentelefonie starten und um die Hälfte günstiger sein als Mobilkom.


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