Kommentar: Wer braucht diese Festwochen?

Kultur | Markus Wailand | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Circus Roncalli und das Open-air-Opernfilmfestival müssen weichen, die Freßbuden können bleiben, wenn das Eröffnungsfest der Wiener Festwochen am 7. Mai 99 über die Bühne am Rathausplatz geht. Was dereinst Rainhard Fendrich oder die Lipizzaner besorgten, werden dieses Jahr die Wiener Symphoniker gemeinsam mit den Stargästen Agnes Baltsa und Otto Schenk erledigen, Großbildleinwand und Fernseh-Live-Übertragung inklusive. Hand aufs Herz: Wer braucht diese Festwochen?

So könnte man das sagen und das Festival als Speerspitze der Spektakelkultur geißeln - wären da nicht auch noch jene Programmpunkte, die genau in die entgegengesetzte Richtung weisen: die Präsentation von "Bählamms Fest" etwa, der bei Olga Neuwirth in Auftrag gegebenen Oper; die Inszenierungen der Sieger des letztjährigen Regiewettbewerbes; vor allem "Wahlverwandtschaften", jenes Projekt von Programmdirektorin Hortensia Völckers, bei dem zwei Dutzend Kunstschaffende aus unterschiedlichen Bereichen versuchen werden,


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