Quelle schrille famille

Film In der französischen Groteske "Sitcom" bringt eine Ratte sämtliche Mitglieder einer Bürgerfamilie in Liebe zu- und durcheinander.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Der Mißbrauch erscheint noch vor dem Brauch. (...) Kein System ohne Parasit. (...) Irrtum, Ungewißheit, Verwirrung und Dunkelheit gehören zur Erkenntnis, das Rauschen gehört zur Kommunikation - die Ratte gehört zum Haus. Ja, mehr noch, sie ist das Haus. (...) Es läuft, weil es nicht läuft.

Michel Serres: "Der Parasit". Kapitel "Rattenmahlzeit" Dieser Film ist besser als sein Ruf, weil er nicht wirklich einlöst, was seine Werbung verspricht. Unverkennbar als "Anti-Weihnachtsfilm" programmiert, wird "Sitcom" als "Komödie jenseits aller Tabus" angepriesen: Das Plakat zeigt grinsende Leute mit Schußwunden, der Trailer suggeriert ein Potpourri der Perversionen und ein makabres Feuerwerk der guten Laune. Das ruft die kapriziöse Tradition des französischen "Schweinerei-Films", Skandal-Farcen wie "Das große Fressen" oder "Abendanzug", in Erinnerung und stellt feiertagsgemäß deftige Besudelungen von family values in Aussicht; der grindige Dancefloor-Klassiker "This Is the Rhythm


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