"Murder and Murder"

Alltag nach dem Happy-End

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Was geschieht eigentlich ,danach', fragt die Filmtheoretikerin Patricia Mellencamp in ihrem Text "Five Ages of Film Feminism" (1995). Was geschieht nach dem klassischen Kino-Happy-End, das sich noch immer hauptsächlich durch (heterosexuelle) Paarbildung definiert. Was geschieht eigentlich, nachdem Frauen die Dreißig oder Vierzig überschritten haben, ihre Körper sich alternd verändern, sie womöglich erkranken und ihr Begehren nicht einfach stirbt. Mellencamps Text handelt von der Marginalisierung eines großen Bereichs von Lebenserfahrungen durch das Kino, von den Bildern, die fehlen, aber auch davon, daß mit dem Älterwerden der ersten Generation feministischer Filmemacherinnen (und -theoretikerinnen) allmählich genau diese Erfahrungen in den Filmen vordringen.

"Murder and murder" heißt der aktuelle Film von Yvonne Rainer, geboren 1934 in San Francisco, Tänzerin, Performancekünstlerin und Filmemacherin seit den siebziger Jahren. "Murder and murder" erzählt eine Liebes- und eine


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