Neue Platten

Kultur | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

POP / ROCK DJ Hell: Munich Machine V 2 / Rough Trade DJ Hell ist alt. Und das ist gut, weil sich in der kurzlebigen Aufgeregtheit, die Techno nun mal eigen ist, der gelassene Sound des Enddreißigers wohltuend abhebt. Die andere Qualität seines Alters zeigt sich in seinen mit Zitaten vollgestopften Tracks. Das düstere "Warm Leatherette" von Normal etwa, der ersten Veröffentlichung des Mute-Labels, erfährt bei Hell genauso selbstverständlich eine Neuinterpretation wie Barry Manilows "Copacabana". Intros fladert er von Tuxedomoon, Vocoderstimmen sampelt er von frühen achtziger Jahre Elektrostücken und verpaßt ihnen tanzbodenkompatiblen Drive, ohne gleich mit der Geschwindigkeit zu übertreiben. Giorgio Moroders Euro-Disco-Beats werden nachbehandelt, um ihnen jene gefährlich anmutende Räudigkeit beizubringen, die die glatte Oberfläche von Disco früher nicht zuließ. All das bringt der Münchner derart souverän unter einen Hut, daß man diesen sofort begeistert vor


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