Churchills Rute

Literatur Mit "Das Auge in der Tür" wird Pat Barkers ebenso eindrucksvolle wie ernüchternde Trilogie über den Ersten Weltkrieg fortgesetzt.

Kultur | Christian Zillner | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Wir saßen bei ihr zu Hause, als es Fliegeralarm gab. Wir hörten die Granaten auf Bäume fallen (...). Und plötzlich packte sie mich und sagte: ,Hettie, für uns Frauen ist das der erste Tag in der Menschheitsgeschichte.'"

Hettie, die Tochter einer Pazifistin - ihre Mutter sitzt wegen eines angeblichen Mordkomplotts gegen Premierminister Lloyd George im Gefängnis -, erzählt diese Episode ihrem früheren Freund Prior. Er ist zum Offizier aufgestiegen, hat in den Schlachten an der Somme einen Granatschock bekommen, arbeitet nun in der Nachrichtenabteilung des Kriegsministeriums und soll den Drahtzieher des angeblichen Komplotts aufspüren - seinen alten Busenfreund Mac, einen Agitator der Gewerkschaften. Prior wird ihn verraten.

Selbst so bedeutende Bücher über den Ersten Weltkrieg wie Sebastian Faulks "Gesang vom großen Feuer" oder Alexander Solschenizyns Epos "Das rote Rad / Erster Knoten / August Vierzehn" folgen im Grunde dem Schema: tapferer Kerl bewährt sich in einer aussichtslosen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige