Kunst kurz

Kultur | Markus Wailand | aus FALTER 52/98 vom 23.12.1998

Weihnachtspapier Während alle anderen also unter dem toten Baum herumkriechen und Buntpapiere um Pakete wickeln, haben wir längst unsere Leseecke eingerichtet. Dort machen wir uns zum Beispiel über den dieser Tage druckfrisch präsentierten Katalog zur Ausstellung "The making of" in der Generali Foundation her (240 S., öS 280,-), wo die Ausstellenden (Simon Leung, Dorit Margreiter, Nils Norman, Mathias Poledna) in Interviews ihre Positionen explizieren - guter Nachlesestoff zur kontroversiell abgelaufenen Diskussion um Concept-Art und ihre Vermächtnisse.

Gleiches gilt für das neue Heft von springerin, welches unter einem Cover, für das diesmal Marko Lulic verantwortlich zeichnet, vor allem Texte zum Thema "Wohnräume" bereithält. Eine Chance zu (ergänzter) Relektüre zum 6. Wiener Architekturkongress, der von springerin mitkonzipiert wurde (98 S., öS 112,-).

Ein Suchspiel ist die aktuelle Publikation von Vor der Information. Nicht, daß sie so klein geraten wäre (das Gegenteil trifft zu), aber sie verschwindet doch hinter all ihren Konkurrenten im Regal, weil nur fragmentarisch draufsteht, was drin ist. Die Beiträge organisieren sich um das Leitthema Staatsarchitektur und ergeben in Summe einen kritischen Rechenschaftsbericht zu Migration, (Des-)Integration, Staatsgrenzen und Flüchtlingspolitik, inklusive ergänzender Fotostrecken (352 S., öS 290,-).

Jetzt aber Männer. Männermagazine sind Hefte, die - ja, was jetzt? - von Männern gelesen werden. (Wer liest dann Autozeitschriften?) Die Männer zeigen? Dann handelt es sich bei SLUTS magazine um ein ebensolches. Und um, nach Angaben von Herausgeber Matthias Herrmann, der in SLUTS auch als (Cover-)Model fungiert, "a world of joy and excitement, of love and the craving for it". Daß das enthaltene Material stilsicher produziert und zusammengestellt wurde, versteht sich ebenso wie der Hinweis "For Adults Only" (24 S., öS 70,-).


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