Politik

Politik | aus FALTER 02/99 vom 13.01.1999

Was war Alois Mock Busserlkönig Alois will nicht mehr. Nach 30 Jahren in der Politik entschied sich der Euratsfelder, nicht mehr für die ÖVP zu kandidieren, "um der Jugend eine Chance zu geben". Mock, maßgeblicher Proponent des österreichischen EU-Beitrittes, hatte es in seiner politischen Karriere nie geschafft, über den zweiten Platz am Stockerl hinauszukommen. 1986 verlor er, psychisch schwer angeschlagen, mit Tränen in den Augen seine letzte Wahl gegen Vranitzky. Erst beim 66-Prozent-Votum der Österreicher für den EU-Beitritt folgten die Österreicher dem damaligen Außenminister, der vor laufender Kamera Brigitte Ederer abbusserlte. Vor zehn Jahren war es Mock gegönnt, den eisernen Vorhang zu Ungarn durchzuschneiden. Der schwerkranke ÖVP-Ehrenobmann will sich nun ins Privatleben zurückziehen und lesen.

Was kommt Wahlkampf von der Kanzel Hostien mit ÖVP-Logo? Maria Rauch-Kallat als Muttergottes? Darüber Schüssel als Heiliger Geist? Kurz vor Beginn des Wahlkampfs haben führende Salzburger Geistliche eine Wahlempfehlung für die ÖVP abgegeben. Eine Trennung von Staat und Kirche sei nicht im Sinne der Kirche, sagt dazu Salzburgs Erzbischof Georg Eder. Schließlich sind ÖVPWähler Christen und daher von der Kirche zu betreuen.

Was fehlt Betreuung Ein 39jähriger aggressiver Familienvater bedroht seine Frau. Die Polizei darf ihn aus der Wohnung weisen. Der Waffensammler ist obdachlos und wird noch aggressiver. Schließlich kehrt er mit einer Waffe zurück und schießt auf seine Familie. Der tragische Vorfall, der letzte Woche die Debatte ums Waffengesetz angeheizt hatte, hätte sich vielleicht verhindern lassen. Denn aggressive Männer, die - zu Recht - auf die Straße gesetzt werden, erhalten nach wie vor keine psychologische Betreung. Eine Novellierung des Wegweiserechts, die eine verstärkte psychologische Betreuung der Gewalttäter vorsieht, ist aber nicht in Sicht.


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