Fernsehen

Medien | Andreas Dusl | aus FALTER 02/99 vom 13.01.1999

Kann Fernsehen weh tun? Können Witze schmerzen, können Kalauer verwunden? Dürfen Sender foltern? Sie können und sie dürfen. Tohuwabohu heißt die bestialische Waffe. Zenkers Sendung ist der Wiedergänger unter den Humormonstern des Küniglbergs. Kein anderes Produkt der mit Spaßkatastrophen nicht gerade geizenden Anstalt bewies so hartnäckig, untot zu sein. Dabei hätte der Kern der Revue durchaus Potenz: Prominente machen sich vor der Kamera zum Trottel, indem sie schwierige Texte aufsagen. Da aber Exschönheitsköniginnen, Handtaschenräuber und alternde Clowns per definitionem komische Figuren sind, erniedrigt sie die schenkelklopfende Ou-trage der Gestaltungsverantwortlichen zu tragischen Narren. Witze von der Qualität der Tohuwabohu-Gags würden jeder Schulschikurs-Abschlußfeier zur Ehre gereichen, in einem öffentlichen Programm haben sie nichts verloren. Witze, die weh tun. Gags, die schmerzen. Sprüche, die Migräne auslösen. Neuerdings warnt der ORF ja das Publikum. Mit einem X vor leichter und einem O vor schwerer Jugendgefährdung. Ein T fehlt. Ein T für Gefährdung durch Tohuwabohu.


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