Kommentar: X und O und drauß' bist du ....

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 02/99 vom 13.01.1999

Obwohl ich versucht hatte, mich zum Jahreswechsel unter Zuhilfenahme der landesüblichen Narkotika gegen die saisonal auftretenden Anwandlungen melancholischen Räsonnements zu wappnen, bin ich kläglich gescheitert. Schuld daran trägt der ORF. Er hat mir die drei großen W unserer irdischen Existenz wieder bewußt gemacht: Warum? Wieso? Wozu?

Warum, wieso und wozu zahle ich zum Beispiel Rundfunkgebühren? Hatte diese Frage zwischen 20.15 Uhr und 22 Uhr - also während der Premiere der Dorfer-&-Düringer- Sitcom "MA 2412" (derer sich bitte die Kollegen von der MA 48 annehmen mögen) und der ebenso legendären wie oft gespielten Silvester-Folge von "Ein echter Wiener geht nicht unter" - noch zitternd am Abgrund des Unterbewußtseins balanciert, so drängte sie sich gegen 22.07 Uhr umso machtvoller ins gleißende Licht jähen Innewerdens. Um diese Zeit (und die noch verbleibenden 113 Minuten) konkurrenzierten einander der "Silvesterstadl" und ein Best-of-Zusammenschnitt der letzten 214 Best-of-Retrospektiven


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