Man duscht nur zweimal

Film: Mit "Psycho" hat Gus Van Sant einen totzitierten Klassiker rekonstruiert, kopiert und koloriert. Das Remake gleicht dem Hitchcock-Film so sehr, daß einem immer noch ganz anders wird, und enthält Detailabweichungen von nahezu unheimlicher Präzision.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 02/99 vom 13.01.1999

Psycho" hat mir meine Mutter nahegebracht. Das ist kein Einzelschicksal, sondern eine prägende Erfahrung in der Medien-Sozialisation vieler Leute, die als "erste Fernsehgeneration" mit dem kargen, aber umso leidenschaftlicher rezipierten Spielfilmangebot im Rundfunk der Siebziger und frühen Achtziger aufgewachsen sind. Für sie waren Ausstrahlungen dieses Schockers initiale Erlebnisse: der erste grausliche Film, an den man sich gut erinnert; sogar den Regisseur hat man sich gemerkt! Zugleich war "Psycho" etwas, das Mama und Papa uns "überliefert" haben: Sie haben uns erlaubt, sogar nahegelegt, diesen Film (mit ihnen) anzusehen, den sie immer schon gut gefunden haben. Allerdings hat er für sie noch anders geheißen; die im deutschsprachigen Raum weitverbreitete Differenz spricht der Trailer zu Gus Van Sants Remake offen aus: "Psücho war 1960. Jetzt ist es Seiko."

Hühner und Augen Nicht erst seit heute gibt es "Psycho" mehr als einmal: Hitchcocks Film ist seit jeher vervielfacht


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige