Der verschollene Astronaut

Musik: Stephen Duffy, Anti-Karrierist und dementsprechend häufig übersehener Prophet des Popsongs, kommt zu einem Überraschungsauftritt nach Wien. Der "Falter" traf den laut Eigendefinition "ruhigsten Performer der Welt" in London.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 02/99 vom 13.01.1999

Die Neunziger waren bisher nicht gerade das goldene Zeitalter des britischen Folkpop. Als The Lilac Time 1991 ihr stilles Meisterwerk "Astronauts" veröffentlichten, wurden die melancholischen Balladen des Singer-Songwriters Stephen Duffy vom Grunge-Boom und der Dance-Explosion übertönt. Die Botschaft war schlicht zu leise, am Ende aber drang sie trotzdem durch. Über die Jahre hinweg entstand rund um "Astronauts" ein beharrlicher Insider-Mythos, dem sich - nach einem Zwischenspiel von drei Soloalben - auch der Schöpfer selbst nicht mehr entziehen konnte: "Wenn ich damals gewußt hätte, wieviel diese Platte einigen Menschen später einmal noch bedeuten würde, hätte ich mir bei der Produktion mehr Mühe gegeben", sagte Duffy noch im Sommer vergangenen Jahres. Ein paar Monate später bezog er das im abgeschiedenen Herefordshire versteckte Bauernhaus seines Bruders und ehemaligen Bandgefährten Nick, um die ländliche Idylle von "Astronauts" wieder aufleben zu lassen. Die reformierte


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