Stadtrand: Happy Millennium

Stadtleben | aus FALTER 02/99 vom 13.01.1999

Am Kaufhaus Gerngross an der Mariahilfer Straße zählt eine Uhr die verbleibenden Sekunden bis zum 1. Jänner 2000. Und das ist sicher: Wenn die Anzeigetafel in knapp einem Jahr auf Null steht, wird die Hölle los sein. Nicht nur vor dem Kaufhaus, sondern überall. Fliehen zwecklos. Wissen Sie schon, was Sie am 31. Dezember dieses Jahres tun werden? In Neuseeland dem ersten Sonnenaufgang des Jahres 2000 zuschauen? Ein sündteures Zimmer in irgendeinem sündteuren Hotel in irgendeiner Metropole mieten? Doppelsilvester mit der Concorde? Oder nach Kalifornien zum Mega-Open-air reisen? Möglichkeiten gibt es viele, und Zeitgeistliche in Print und Funk werden auch nicht müde, darüber zu berichten. Vor allem sollte man rechtzeitig Champagner bunkern. Einen Tag lang Hysterie und Völkerfeierwanderung? Nö.

Ich weiß, wo ich diesen albernen Jahreswechsel begehen werde: zu Hause. Im Bett. Vor dem Fernseher. Das ist nämlich mal was ganz Neues: anderen dabei zuschauen, wie sie sich auf dem Times Square, dem Stephansplatz oder vor dem Brandenburger Tor ins Jahr 2000 drängeln. Silvesternacht vor der Glotze bei "Tohuwabohu": Das ist Understatement. Als Besserwisser weiß ich nämlich, daß das nächste Jahrtausend ein Jahr später beginnt. Ätsch! C.W.


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