Am blauen Guadalquivir

Neues Lokal: In der Mahlerstraße betreibt ein Ehepaar seit einem Jahr ein echt andalusisches Beisl.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 02/99 vom 13.01.1999

Aus vielen Gründen kann eine Tapas-Bar in Wien eigentlich nicht funktionieren. Erstens: Hierzulande ist man nicht gewohnt, schnell im Stehen einen Happen zu essen. Da wir bekanntlich so ein gemütliches Völkchen sind, setzen wir uns nieder und bleiben dann auch ein bisserl sitzen. Das macht ein Geschäft mit Tapas, deren finanzieller Rahmen in Spanien den Betrag eines Trzesniewski-Brötchens selten übersteigt, nur dann möglich, wenn entsprechende Mengen ohne großes Servieren über die Budel gehen. Zweitens werden Tapas, wenn man's richtig machen will, am frühen Abend vor dem Abendessen (im Anlaßfall dann auch statt dessen) verdrückt, und da wird in unserer Heimat eher ans Fernsehen denn an gesellige Happen bei einem Glas Manzanilla-Sherry gedacht. Drittens verfügen wir hier in der Binne halt leider nicht ganz über das Angebot etwa von knackefrischen Minifischerln, die dann einfach im Fritter herausgebacken und mit Aioli serviert werden.

Quasi als Antithese zu obigen Feststellungen


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