Die Kunst des Kaufens

Shopping: Ein neues Geschäft auf der Wieden ist einerseits Kunstprojekt, andererseits äußerst lehrreich und drittens eine hervorragende Einkaufsmöglichkeit.

Stadtleben | Sigrid Neudecker | aus FALTER 02/99 vom 13.01.1999

Kunst kann man kaufen. Manchmal hat die Kunst, die man kaufen kann, auch mit Kaufen zu tun, was sie nicht unkäuflich macht. Andreas Wegners Projekt ist zwar auch Kunst, beschäftigt sich mit dem Akt des Kaufens, kann allerdings nicht gekauft werden. Dafür kann in seinem Projekt eingekauft werden. Alles klar?

Der uneingeweihte Passant, der am Point of Sale vorbeigeht, blickt durch große Auslagenscheiben in ein greißlerartiges Geschäft, das durch Käsevitrine und aufgestapelte Gemüsesteigen an einen Naturkostladen erinnert. Gleichzeitig erkennt er in den deckenhohen Regalen jedoch Biountypisches: Whisky, Kelly's-Chips, Cola.

Der aufmerksame Konsument bemerkt, daß das Angebot im Point of Sale irgendwie redundant ist. Neben Kelly's Chips stehen Bio-Chips, neben Coca Cola steht Bio-Cola, neben Twining's Tea steht Tee aus kontrolliert biologischem Anbau.

"Ich hätte auch eine Ausstellung machen können", sagt Andreas Wegner. "Dann wären die Menschen daran vorbeigegangen wie im Museum. Was


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