Land der Hammerpreise

Seinesgleichen geschieht: Der Magazinmarkt ruiniert sich soeben öffentlich durch allgemeines Dumping.


Armin Thurnher
Vorwort | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

profil senkt ab dieser Woche seinen Einzelverkaufspreis von dreißig auf zehn Schilling. Begründet wird der Schritt im Heft mit keinem Wort, in Inseraten im Kurier bewirbt man ihn mit dem Slogan "Jetzt zum Kennenlernen", auf Plakaten preist man ihn ähnlich an. Das Angebot scheint unbefristet.

Nicht daß jemand besonders überrascht sein müßte. Verfall auf dem Magazinmarkt konstatiert der Kritiker gerade noch mit müdem Heben einer Augenbraue; der Preisverfall ist da nur eine Episode - und nicht einmal eine taufrische. Wir wurden in den letzten Jahren Zeugen, wie der Verkaufspreis dieser einst stolzen Gattung von Medien zu einer bloßen Funktion von Marketingangeboten verkam. Journalismus wurde zu einer Unterabteilung von Elektrohandel, Glücksspiel und Reisebüro. Wahrscheinlich hat er nichts Besseres verdient, und solange seine Protagonisten für ihre Bemühungen ordentlich entlohnt werden, ist es ihnen auch egal, ob ein Magazin ihrer Artikel oder eines zu gewinnenden Briefloses wegen

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