Schleichender Putsch

Kommentar. Unglaublich, aber wahr: der Putschversuch gegen Clinton läuft noch immer.


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Getrieben von einer der "Christian Right" nahestehenden Aktivistenbasis und gefangen in der unerbittlichen Logik des Absetzungsmechanismus haben die Republikaner bisher keinen Weg gefunden, das für sie potentiell politisch desaströse Verfahren gegen US-Präsident Bill Clinton mit Anstand zu beenden. Die nächste Weichenstellung steht diese Woche an: nach den Plädoyers von Anklage und Verteidigung werden die Senatoren über die Ladung von Zeugen entscheiden. Dabei geht es um mehr als um einen möglichen spektakulären Auftritt der unglückseligen Monica Lewinsky. Mit Zeugen schwinden alle Hoffnungen auf einen raschen Abschluß des Schauspiels. Jedem Zeugen gegen Clinton wird dann ein vom Weißen Haus nominiertes Pendant entsprechen müssen. Der Prozeß könnte so bis ins Frühjahr dauern. Da es den anklagenden Republikanern darum geht, dem Präsidenten Meineid in Sachen Sex nachzuweisen, werden dabei von neuem auch die intimsten Details zur Diskussion stehen. Sie allein sind entscheidend,

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