Wider die Herkunft

Kommentar: Die deutsche Staatsbürgerschaftsreform ist mehr als nur der doppelte Paß. Sie stellt die Abstammungsgesellschaft in Frage.

Vorwort | Rainer Münz | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Deutschlands rot-grüne Bundesregierung plant eine Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts. In Zukunft sollen mehr Ausländer eingebürgert werden: Eingewanderte Erwachsene werden nach acht Jahren und Jugendliche der zweiten Generation nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland einen Rechtsanspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Bei Ausländerinnen und Ausländern mit deutschen Ehepartnern werden in Zukunft sogar drei Jahre Aufenthalt genügen. Außerdem sollen Ausländer der sogenannten "dritten Generation" in Zukunft schon bei der Geburt Deutsche werden. Das würde bedeuten: Deutscher und Deutsche wird in Zukunft automatisch, wer ausländische Eltern hat, die selbst schon in Deutschland zur Welt kamen oder vor dem 14. Lebensjahr einwanderten. Es würde dabei genügen, wenn ein Elternteil dieses Kriterium erfüllt.

Politischen Sprengstoff enthalten nicht die Hauptpunkte der geplanten Reform, also die Verkürzung der Fristen und die Sonderregelung für die "dritte Generation",


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