Abendland ist abgebrannt

Volkspartei: Familienidyll, Bürgergesellschaft, Abtreibungspille. Im Superwahljahr 1999 sieht die ÖVP alt aus. Warum überrascht die "Volkspartei" nur noch mit langweiliger konservativer Politik?

Politik | Gerald John, Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Ordnung muß sein im Weltbild des Othmar Karas. Das gilt auch für seine schüttere Haarpracht, sobald ein Fotograf das Objektiv auf ihn richtet. "Warten S', einen Augenblick, ich bin gleich da", entschuldigt sich der VP-General und verschwindet in einem Hinterzimmer seines Büros in der Lichtenfelsgasse. Frisch gekampelt redet sich's besser über die Strategien seiner Partei.

Ordnung muß sein. Wenn geknipst wird, soll jedes Haar sitzen. Wenn Männer miteinander ins Bett steigen, haben sie mit Sanktionen zu rechnen. Das muß rüber: keine Liberalisierung des Schwulen-Schutzalterparagraphen, Nein zur Gleichstellung von homosexuellen mit heterosexuellen Lebensgemeinschaften. Bedächtig wählt der Generalsekretär seine Worte. Ein Foto von Schwiegerpapa Kurt Waldheim lächelt ihm vom Aktenschrank entgegen. Geht es nach der ÖVP, ist die Familie die beste Lebensform für alle. "Wir sind eine Partei der Mitte, eine Partei des Schutzes für das Leben, eine Wertegemeinschaft, die sich sichtbar


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