Abtreibung: Herzstich für Behinderte?


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Behinderte Kinder dürfen mit Zustimmung der Mutter noch unmittelbar vor der Geburt getötet werden. Eine der Öffentlichkeit in dieser Dimension bislang unbekannte Bestimmung des Strafgesetzbuches sorgt für Diskussionen unter Vertretern aller Parteien. Paragraph 97 des Strafgesetzbuches gestattet die Abtreibung eines Kindes bis zur Geburt, wenn ernste Gefahr besteht, "daß das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werde". "Hier gestattet der Staat die Selektion von unwertem Leben", empört sich die grüne Behindertensprecherin Theresia Haidlmayer, "wir lehnen diese menschenverachtende Auslese behinderter Menschen dezidiert ab." Auf die Regelung aufmerksam gemacht hat ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat, selbst Mutter einer behinderten Tochter. Sie hat die Sonderbestimmung für Behinderte in einem Format-Interview mit der "Hitlerideologie" verglichen. "Es geht hier keineswegs um Euthanasie. Oft werden Behinderungen erst viel später erkannt. Frauen stehen unter doppeltem

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige