Himmler und Höller

Comeback 2: 20 Jahre nach der Uraufführung und 10 Jahre nach dem Tod des Autors hat Claus Peymann nochmals "Vor dem Ruhestand" von Thomas Bernhard inszeniert.

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Auf den ersten Blick haben Mike Tyson und Claus Peymann wenig gemeinsam. Aber der Zufall wollte es, daß beide Herren dieser Tage beinahe zeitgleich ein Comeback hatten; beide durften nach längerer Zwangspause endlich wieder das tun, was sie am besten können. Tyson, der nach einem Ohrenschmaus gesperrt gewesen war, durfte wieder boxen. Und Peymann durfte, beinahe zehn Jahre nach des Dichters Tod, endlich wieder Thomas Bernhard inszenieren.

Peymann und Bernhard, das war in den siebziger und achtziger Jahren ein Traumpaar, das in der Theatergeschichte des Jahrhunderts seinesgleichen suchte. Peymann hatte in dem schwierigen Autor aus Österreich einen (vielleicht seinen einzigen) kritischen Partner gefunden; Bernhard hatte in dem perfektionistischen Regisseur aus Norddeutschland den idealen Dirigenten für seine Bühnenpartituren entdeckt - bei 12 von 18 abendfüllenden Stücken, von "Ein Fest für Boris" bis "Heldenplatz", inszenierte Peymann die Uraufführung. "Bis daß der Tod euch scheidet",

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