Kino vorm Kopf

Film: Der filmische Städteschnellzug "Megacities" von Michael Glawogger wirft einmal mehr ein paar grundsätzliche Fragen zum "dokumentarischen" Laufbild auf.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Die Welt läßt sich nicht mehr fassen, weder intellektuell noch ästhetisch. An dieser Einsicht, so es denn eine ist, arbeitet sich jene Form von Kino, die gemeinhin mit dem Wort "dokumentarisch" benannt wird, seit jeher ab. Man kann das ganz techno-pragmatisch sehen, auf der Ebene des jeweiligen Trägermaterials. Was zum Beispiel seine rein haptischen Qualitäten betrifft, so gleicht dem Rausch der Pixels vermutlich nichts mehr als die von Hand gekurbelten Einminutenfilme des Cinematograph Lumiere von vor über hundert Jahren. Und natürlich steht heute, auch beim Blick auf diese allerersten Dokumente schon, deren Inszenierung außer Frage.

Michael Glawoggers "Megacities" ist fürs Kino gemacht und in diesem Sinn durchaus altmodisch. Gedreht wurde die österreichisch-schweizerische Koproduktion in Bombay, Mexico City, Moskau und New York, jeder der vier Schauplätze kommt dreimal vor. Darüber hinaus bedient sich der Film einer offenen, bewußt episodischen Struktur, einzig sein Titel


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