Alice im Zeichenland

Film: Bedeutungsschwanger: "Alice et Martin", der neue Film von Andre Techine.

Kultur | Yasmin Kiss | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Martin haut ab. Gerade volljährig geworden, stürzt er aus dem Haus des Vaters. Dann streunt er (tage-, wochenlang?) verwirrt über die Hänge im Südwesten Frankreichs, ernährt sich von gestohlenen Eiern und Früchten. Hätte ihn die Polizei nicht aufgegriffen, wäre er weitergeirrt. Man erfährt, daß sein Vater an dem Tag zu Tode gekommen ist, als er das Haus verließ. Nachdem seine leibliche Mutter (Carmen Maura) ihn - in aller Liebe - genötigt hat, das Milieu zu wechseln und zum wohlhabenden Vater zu ziehen, hat er zehn Jahre in dessen Haus verbracht, immer in Abwehr. Die Zivilisation hat ihn wieder; er geht nach Paris, quartiert sich bei seinem Halbbruder Benjamin (Mathieu Amalric) ein.

Der wohnt mit der Violinistin Alice (Juliette Binoche), und in sie verguckt sich Martin (Alexis Loret) mit einer Unbedingtheit, die Alice erst zurückschrecken läßt. Weil er - zum ersten Mal in seinem Leben - etwas wirklich will, werden sie doch ein Paar; die pragmatische, anfangs fast rüde Alice


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