Aufgeblättert

Kultur | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Für Sigmund Freud war er - nach Kopernikus - der zweite große Kränker der Menschheit. Wie Charles Darwin zu seiner ketzerischen Abstammungslehre kam, läßt sich anhand seiner Notizhefte nachvollziehen, die er zwischen den Jahren 1836 und 1842 führte. Zwei dieser Hefte liegen nun erstmals auf deutsch vor, im diesjährigen - wie immer wunderbaren - Winterbuch der Friedenauer Presse. Wundersam ist sein Inhalt: eine zwischen Wahnsinn und Genie oszillierende Flut von Spekulationen, nicht wenig davon als Frage formuliert: "Kennt der Elefant Scham?" "Sind Affen Rechtshänder?" "Mögen Orang-Utans Pfefferminzgeruch & Musik?" Dazwischen gibt es zahlreiche Erkenntnisse, die noch recht unausgegoren daherkommen: "Wie die Erektion hat die Schüchternheit gewiß sehr viel zu tun mit dem Nachdenken über sich." Aber auch die These von unserer äffischen Abstammung ist längst vorhanden: "Die Menschen haben einige Instinkte wie die Rache & die Wut (...). Unsere Abstammung ist demnach der Ursprung


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