Die Unterstadt

Untergrund: An der Oberfläche ist Raum knapp: Ob Theatergruppe oder Weinhändler, Beisl oder Ministerium - allen fehlt Platz für Stapelwaren wie Menschen, Akten oder Kunstwerke. Dabei gibt es Platz. In Hülle und Fülle. Zentral. Der "Falter" hat ihn - exklusiv - besichtigt.

Stadtleben | Thomas Rottenberg | aus FALTER 03/99 vom 20.01.1999

Paris hat sie. Moskau auch. London auch. New York sowieso. Eine belebte Unterwelt nämlich. In Peking soll es sogar ein geheimes U-Bahn-System geben. Zur schnellen Verschiebung von Truppenteilen.

Wien dagegen ... Wiens Untergrund ist unspektakulär. Ein heller, sicherer, sauberer Silberwurm fährt pannenfrei zu hellen, sicheren, sauberen Stationen. Praktisch. Langweilig. Kein Wunder, daß der letzte ernstzunehmende Wiener Kavernenfilm lange vor dem Bau der U-Bahn gedreht wurde. Hätte Harry Lime sich zu Anton Karas' Zitherklängen an einem Vorverkaufsautomaten der Wiener Linien abgemüht - oje. Das Wiener U-Bahn-Netz spornt die Phantasie nicht unbedingt an.

Andererseits sind da diese schweren Türen in den Stationen. "Diensträume" oder sonstwas steht drauf. Normalerweise sind sie zugesperrt. Weil dahinter die Schatzkammern der Wiener Linien liegen. Bei der U-Bahn-Station Westbahnhof gibt es - zum Beispiel - einen Gitterkäfig voller U-Bahnsteigs-Kontrollmonitore. Die Entsorgung von Elektronikschrott


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