Protektorat Balkan?

Kommentar: Es gibt keine andere politische Perspektive - außer Blutvergießen.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 04/99 vom 27.01.1999

Knut Vollebaek, der norwegische Außenminister und OSZE-Vorsitzende, erinnerte letzte Woche in Wien daran, wie es im vergangenen Oktober im Kosovo aussah: Die humanitäre Katastrophe von Hunderttausenden Flüchtlingen zu Beginn des Winters hatte den ganzen Balkan an den Rand eines verheerenden Flächenbrandes von Destabilisierung und Krieg gebracht. Richard Holbrookes Drohung mit einem Luftkrieg der Nato (auch ohne Genehmigung durch die Vereinten Nationen) schuf die Grundlage der gegenwärtig so heiß umstrittenen OSZE-Mission im Kosovo.

Slobodan Milosevic' ließ Hunderte internationale Beobachter ins Land, die in einer Region von der Größe Niederösterreichs inzwischen zu einem realen Machtfaktor geworden sind: Die staatliche Souveränität Jugoslawiens über die albanische Provinz ist damit erstmals eingeschränkt worden. "Gegenüber der akuten Krise des vergangenen Oktobers hat sich die Situation verbessert", meint der OSZE-Vorsitzende Vollebaek, "die Flüchtlinge sind zurückgekehrt,


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