Das Jahr der U-Boote

Ausländer: Nach der Abschiebung eines in Österreich aufgewachsenen Jugendlichen fordern Ausländerbetreuer, Jugend- und Sozialarbeiter die Legalisierung von Kids, die ohne eigenes Verschulden zu Illegalen geworden sind.

Politik | Thomas Rottenberg und Patrik Volf | aus FALTER 04/99 vom 27.01.1999

Bares Keles trug nur Pyjama und Handschellen. Ohne Gepäck landete der 18jährige am 15. Jänner 1999 in Ankara. Von dort mußte er sich in den kleinen Ort in Anatolien durchschlagen, den er vor fünf Jahren verlassen hatte.

1994: Bares' Eltern sind arm. Im Dorf gibt es keine Schule. Der Onkel arbeitet in Österreich. Bares soll zu ihm ziehen: Schule, Ausbildung, Zukunft. Mit einem Touristenvisum kommt der 13jährige nach Wien. Versuche, seinen Status auf Dauer zu legalisieren, scheitern. Bares hat hier Arbeit, seine Freunde. Anfang Jänner wird er festgenommen. Als sich Freunde für ihn zu engagieren beginnen, wird er Hals über Kopf abgeschoben. Ein Einzelfall. "Man wird versuchen eine menschliche Lösung zu finden", heißt es aus den Ämtern.

Angelika ist 19. Eltern hat sie nicht. Mit zwölf kam sie mit Pflegeeltern nach Österreich. "Mein Status, damals? Keine Ahnung. Ich war ein Kind." Nach familiären Problemen kommt sie ins Heim: Die Stadt sorgt für sie - der Staat ist zufrieden:


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