Bleich wie Schimanski

Film: Mit "23" hat Hans-Christian Schmid einen Thriller nach einer realen Begebenheit gedreht. Mit dem "Falter" sprach Schmid über die Arbeit an seinem Hacker-Film, über Schnitt und Schauspieler, Schimanski und Scorsese.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 04/99 vom 27.01.1999

Hans-Christian Schmid, Jahrgang 1965, zählt seit dem Überraschungserfolg seiner Komödie "Nach fünf im Urwald" vor zwei Jahren zu den großen Hoffnungen des neuen deutschen Films. Doch die Idee, den Fall des Hannoveraner Computerfreaks Karl Koch, der als "größter Spionagefall seit Guillaume" Schlagzeilen machte, zu verfilmen, hatte er bereits lange, bevor er mit seinem Kinodebüt Franka Potente für die Leinwand entdeckte. Daß sich dieses Projekt damals, 1992, nicht finanzieren ließ, bezeichnet Schmid heute als Glücksfall: Er hätte damals weder die Mittel noch die Erfahrung gehabt, diese Geschichte, ein Stück kollektiver bundesdeutscher Erinnerung der achtziger Jahre, zu erzählen.

Falter: Sie sind gleich alt, wie die Hauptfigur des Films heute wäre. Hat es Ihnen das leichter- oder schwergemacht, Karl Kochs Geschichte nachzuvollziehen?

Hans-Christian Schmid: Ich denke, es war hilfreich. Ich bin zwar in einem anderen Umfeld aufgewachsen, in einer bayrischen Kleinstadt, hab' mich


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