Kunst Kurz

Kultur | Markus Wailand | aus FALTER 04/99 vom 27.01.1999

Ins Schwarze? Pfeile auf Massenmedien schießen Otto Mittmannsgruber und Martin Strauß in ihrem neuen "Kunst in öffentlichen Räumen"-Projekt "Karussell" - bei der Wahl der Präsentationsorte haben sie einen Zweierweg gewählt: Wie schon bei "Monolog des Vertrauens" (1995) und "Testbilder" (1996) treten ihre Sujets auf Großplakaten in Aktion; ein Novum sind hingegen die Einschaltungen im Standard. So fanden sich neben den Texten in allen Ressorts eine Woche lang große schwarze Pfeile, die die Aufmerksamkeit auf die mitgereichten Kommentierungen fokussierten. Neben grundsätzlichen Fragen ("Ist dieses Thema wichtig?"; "Beeinflußt dieser Artikel Ihre Meinung?"; "Ist hier Objektivität möglich?") fanden sich auch solche, auf die man gerne eine Antwort gehört hätte ("Welche Art von Kultur dominiert heute dieses Ressort?"), und jene, die der Redaktion wenig Freude bereitet haben ("Ist dieser Beitrag gut recherchiert?"). Gerieten die Pfeile auch manchmal zu sehr zu Zeigefingern, ist das Projekt als solches in jedem Fall bemerkenswert - zumindest so lange, bis die Schlußfrage mit Ja beantwortet werden muß: "Haben Sie sich schon an diesen Pfeil gewöhnt?"

Medien, Kunst, Politik Mit "translocation (new) media/art" wird die Generali Foundation zur Basisstation eines Projekts, das die Rolle vor allem elektronischer Medien im Zusammenhang mit der Überwindung politischer und nationalstaatlicher Grenzen behandelt. Konzipiert von der springerin-Redaktion teilt sich "translocation" in einen Ausstellungs- und Dokumentationsteil (Eröffnung: 26. Jänner, 19 Uhr) sowie ein Symposion: Freitag und Samstag, jeweils von 13 bis 20 Uhr. Am Sonntag schließlich widmet sich der "Sumpf" (FM 4, ab 21 Uhr) den verhandelten Aspekten.


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