Das Geisterhaus

Ring: Seit zehn Jahren steht am Opernring ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex fast leer. 22.500 Quadratmeter warten darauf, endlich wieder genutzt zu werden.

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 04/99 vom 27.01.1999

Wie ein Geisterhaus", sagt der junge Mann und weist den Weg in den verlassenen Hinterhof. Fassaden bröckeln, der Wind pfeift schaurig, und im Stiegenhaus ist es feuchtkalt. Etage für Etage: leere Räume, ringsum verlassene Geschäfte, dunkle Fenster. Nur das Blumengeschäft, in dem der Mann arbeitet, hat in dem Komplex am Opernring/Robert-Stolz-Platz überlebt. Hier blüht und gedeiht es. Der Rest befindet sich im Tiefschlaf.

Der Gebäudekomplex umfaßt zwei Ringprachtbauten, einen weiteren Historismusbau am Schillerplatz sowie einen Verwaltungsbau aus den fünfziger Jahren. Bis auf eine Coiffeur-Werbung wurden sämtliche Reklametafeln und Türschilder fein säuberlich entfernt. Dabei erfreut sich das Objekt bester Lage: prächtige Erker und historistischer Fassadenputz auf der Ringseite, am grünen Schillerplatz Baukunst der Moderne. Nach Entwürfen von Stadthallen-Architekt Roland Rainer wurde das Gebäude 1958 gebaut: zwei Schauräume, sechs Stockwerke plus Dachterrasse, eine wunderschöne


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