Marmor, Stein & Eisen

Shopping: Ein Geschäft in der Josefstadt hat sich auf Einrichtungen im mediterranen Stil spezialisiert. Und auf Säulen.

Sigrid Neudecker | Stadtleben | aus FALTER 04/99 vom 27.01.1999

Dem Wiener, der Wienerin per se wird einrichtungsmäßig ja nicht gerade Geschmack von Weltruf nachgesagt. Wie sonst könnten Möbel- und Einrichtungshäuser überleben, denen außer dem klassischen Wandverbau in Dunkelbraun und den französischen Betten mit eingebautem Radio (und Nachtkastln im Partnerlook) seit Jahrzehnten nichts Neues eingefallen ist?

Insofern ist es also nur zu verständlich, wenn vom Schlimmsten ausgegangen wird, sobald die Wörter "Inneneinrichtung" und "Säulen" in einem Satz zusammentreffen. Wenn der Wiener in seinem Leben Säulen sieht, dann entweder im Griechenlandurlaub oder unter Steinlöwen in Schrebergärten.

Doch wie so oft kommt es drauf an, was man damit macht. "Säulen sind etwas sehr Gängiges", betont Alice Bounouira. "Damit machen wir sicher 90 Prozent unseres Umsatzes." Ihr Geschäft, Details, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Hichem führt, frequentieren vor allem Kunden und (ihre) Architekten, die erkannt haben, daß viele Materialien oder Einrichtungsgegenstände

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