Ein geldgieriger Kerl

Kommentar: Der Holocaust-Anwalt Edward Fagan ist ein ungemütlicher Rabauke. Das ist gut so.

Vorwort | Florian Klenk | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Als der amerikanische Anwalt Edward Fagan vergangenen Herbst in einem gemütlichen Hotel an der Wiener Ringstraße zu einem Pressefrühstück lud, war den Journalisten unheimlich zumute: Da saß kein zurückhaltender Advokat, der bedächtig seine Worte wählte. Da beschimpfte ein texanischer Rabauke kritische Journalisten im schlimmsten Südstaaten-Slang mit "Fuck!", nannte österreichische Firmen "slave labour companies" und drohte allen mit der totalen Klage: "First we sue the banks, then we sue the companies, and finally we sue the state!" Manche Journalisten schmunzelten. Crocodile Ed spielt seine Rolle gut. Er war der leibhaftige Hauptdarsteller eines schlechten amerikanischen Courtroom-Movies. Die Geschworenen, das war die österreichische Presse. Die Angeklagten die österreichischen Unternehmen.

Nun hat Ed gewonnen. Wieviel, sagt er uns nicht. Auch die Bank Austria schweigt. Nur soviel: "Less than 200 million Dollars." Zugänge zu den streng geheimen Archiven der Creditanstalt inklusive.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige