Standpunkt: Drogen, Lehrer, Test

Politik | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

E s war als Witz gemeint, als eine jener Studentinnen der Pädagogischen Akademie, an denen der Schularzt ohne das Wissen der Testpersonen Drogentests durchführte, anmerkte: "Wetten, daß in zwei Monaten doch Ergebnisse auftauchen?" Unterrichtsministerium und Arzt hatten da gerade verlautbart, alle Tests wären vernichtet: Auswertung unmöglich. Mittlerweile ist der Frau das Lachen vergangen: Die nicht vorhandenen Ergebnisse wurden veröffentlicht, 20 Prozent der Lehramtskandidaten sollen Erfahrung mit Drogen haben. Unterrichtsministerin Gehrer erkannte ihre Chance - und diskutiert nicht über den Schutz vor illegalen Schnüffeleien, sondern will ob der Ergebnisse (die auch durch den Konsum von Mohnstrudel verfälscht werden können) Pflichttests für alle Lehrer. Daß die FPÖ diese Gelegenheit, wieder einmal gemeinsam mit der ÖVP eine Law-and-Order-Phalanx zu bilden, nicht vorbeiziehen läßt, war zu erwarten. Daß aber niemandem auffällt, daß sogar in den sonst so drogenverängstigten USA illegal ermittelte Beweise nicht verwendet werden dürfen, ist schon erstaunlich. Und daß die vermeintlich blödelnde Pädak-Studentin vor Monaten auch meinte, daß "noch drei Wochen später die anonymen Daten personenbezogen" sein würden, findet unter den Junglehrern auf einmal niemand mehr so weit hergeholt. T. R.


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