Watschen für Werner

Arbeitsmarkt: Das Arbeitsmarktservice Wien scheint überfordert: frustrierte Mitarbeiter, unzufriedene Kunden. Eine aktuelle Studie läßt kaum ein gutes Haar an den Jobvermittlern. Auftraggeber der Untersuchung: das Bundes-AMS.

Gerald John und Nina Weissensteiner | Politik | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Es war schon lange her, daß Walter Filzstifte in der Hand gehabt hatte. Irgendwann in den fünfziger Jahren muß es gewesen sein, als er noch in die Volksschule ging. Dann wurde er Pfleger von Beruf. Malen gehörte nie zu seinen Beschäftigungen. Bis er einen vom Arbeitsmarktservice Wien (AMS) vermittelten Weiterbildungskurs belegte.

Walter, beinahe sieben Jahre arbeitslos, sitzt zwischen einem Fleischhauer und einem Eisenhändler. Die Kursleiterin drückt ihren Schützlingen Papierbögen und Filzstifte in die Hand. "Malen Sie, wo Sie gerade eben gerne wären!" fordert sie. Oder: "Malen Sie, was Sie gerne tun!" 16 Wochen dauert der Kurs. Die Teilnehmer unternehmen Exkursionen zum ORF, zu Grundig oder Opel-Astra. Und malen. In der elften Woche schalten die Arbeitslosen zum ersten Mal einen PC ein. "Am Ende bin ich genauso g'scheit rausgekommen, wie ich reingegangen bin", sagt Walter. Zwei Jahre später, 1999, ist er immer noch arbeitslos.

Der Mann hat vom AMS eine ähnliche Meinung wie Bundeskanzler

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