"Guter Fang"

Kartelle: Minister Farnleitner gab grünes Licht. Doch die EU-Kommission machte Rewe einen Strich durch die Rechnung und erklärte den Österreichern, daß auch der Euro-Kapitalismus seine Grenzen hat.

Politik | Simon Kravagna | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Wenn das das wahre Gesicht des deutschen Kapitalismus ist, dann müssen wir ihm die Stirn bieten." Als der deutsche Konzern Rewe sich im vergangenen Sommer anschickte, das "Traditionsunternehmen" Meinl zu schlucken, probte Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner verbalen Widerstand. Mehr als ein halbes Jahr später ist jedoch klar, daß nicht Wien, sondern Brüssel dem "deutschen Kapitalismus" die Stirn geboten hat. Erstmals wird in Österreich eine Fusion entscheidend behindert - aufgrund strikter Auflagen der Europäischen Kommission.

Unter Druck von Wettbewerbskommissar Karel van Miert wird Rewe auf alle ursprünglich im 1,8-Milliarden-Deal inbegriffenen Meinl-Filialen in Wien, Niederösterreich und Burgenland verzichten. Damit soll ein weiterer Ausbau der marktbeherrschenden Position von Rewe verhindert werden. In Wien beherrschen die Rewe-Töchter Billa, Mondo und Merkur rund 65 Prozent des Lebensmittelmarktes. Zudem darf die von Rewe geplante Umwandlung von zahlreichen Meinl-Filialen


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